Mit Bobo Lutzke im Gespäch zur "GFL-Reform des AFVD"
Die Debatte um die Reform des AFVD geht in die entscheidende Woche für die Landesverbände. Für Berlin/Brandenburg mit 2 GFL Vereinen und und auch vielen Nicht- GFl Vereinen ergeben sich eine Menge Fragen rund um die Reform, die der AFVD zügig vollziehen möchte. Eine namentlich nicht genannte technische Kommission hat ein Konzept ausgearbeitet, mit dem der AFVD bei den GFL Vereinen die bereits Werbung für dsein Konzept gemacht hat. Für "keinen ein Nachteil" ist ein Slogan, mit dem der AFVD auch hinsichtlich der Kurzfristigkeit Werbung betreibt. Grund genug für Nordfootball, das Präsidialmitglied des Berlin/Brandenburger Landesverbandes, Bobo Lutzke, nach dem Stand der Dinge in seinem Landesverband und nach seiner persönlichen Meinung zu befragen. Nordfootball:Guten Morgen Bobo, unter Anderem eine enorme Steigerung der Mitgliederzahlen - ist das eine gute Begründung für die sofortige Notwendigkeit der AFVD Reformpläne? Bobo Lutzke: Zuerst mal finde ich es positiv, dass man etwas verändern will, aber das ist unglücklich formuliert. Gemeint sind ja nicht die 10.000 Cheerleader. Man stelle sich vor, die wären statt in den AFVD in den DFB eingetreten, dann würden sich Hoeneß, Magath, Löw, Zwanziger und Co sicher nicht darüber unterhalten, jetzt in Husum und Pottenstein noch Bundesligastandorte einzurichten. Ebenso hat der Mitgliederzuwachs durch das Absenken der Altersklassen im Jugendfootball, 2 Liga im Damenbereich und Seniorenflag nichts mit der GFL-Struktur zu tun, da habe ich einen schweren Stand als Verbandsvertreter bei den Vereinen. Nordfootball: Ist das Argument mit der größeren Medienwirksamkeit nach einer GFL Aufstockung besser ? Bobo: Lutzke: Habe ich keine Ahnung von und ehrlich gesagt kommt das in den Gesprächen auch nicht vor. Die erfolgfreie Sportschützen Natio-Truppe war mehrmals in den Nachrichten, der EM-Titel des AF leider nicht, was Schade ist. Gerade wenn man neue Maßstäbe setzen konnte, was mit der Hälfte der Zuschauer vom letzten GB beim EM-Finale auch etwas merkwürdig klingt. Nordfootball: Was sind so die Hauptfragen der BB-Vereine, die Dir gestellt werden ? Bobo Lutzke: Die Vereine haben andere als die Trainer. So fragen die Vereine mich natürlich, wo sie das Geld herbekommen sollen für die längere Saison. Mit einem Heimspiel mehr setzen ja die meisten Vereine noch Geld zu und müssen dafür dann noch eine Auswärtsfahrt mehr machen und auch die Trainer länger bezahlen. Hier sind noch Saisonverträge üblich, und natürlich auch Honorare für A/E Spieler, deren Wohnungen, Zusatzleistungen, Krankenkassen, Steuern usw. Natürlich auch die Aufwandsentschädigungen für die deutschen Spieler. Ob die Berliner statt nach München nun einmal mehr in den Pott fahren ist dann auch unerheblich, für die Kieler dürfte das ebenso gelten. Und die beiden Spiele mehr bedeuten natürlich auch eine höhere Belastung für den ganzen ehrenamtlichen Bereich, was man nicht unproblematisch sieht. Dazu kommt noch die Thematik, dass man noch mehr mit den Fußballern in Konflikt kommt wegen Spielterminen und deren Stadien und natürlich auch wegen der Trainingsplätze, die man organisieren muß und die länger belastet werden. Nordfootball: Dazu kam vom AFVD an Lösungsansätzen bis jetzt wenig bis nichts, oder ? Bobo Lutzke: Das ist ja auch nicht die Aufgabe des Verbandes, sondern der Vereine und Landesverbände, diese Debatte mit Leben zu erfüllen und das passiert ja. Nordfootball: Was beschäftigt die Trainer am meisten ? Bobo Lutzke: Natürlich die Frage, woher die benötigten Liga-tauglichen Spieler kommen sollen und auch die benötigten Trainer, die Sie ausbilden. Dann natürlich, dass sie weniger Zeit für die Ausbildung haben und ob die Vereine das bezahlen können. Dabei muss das recruting unbedingt geregelt werden, sonst wird es viel Ärger zwischen den Vereinen geben, was wieder mangels Vorgaben und BSO in den Händen der Landesverbände liegen bleiben wird. Nordfootball: Der AFVD argumentiert, dass er die Hoffnung habe, dass es durch die Jugendarbeit kompensiert werden könnte. Sehen das die Trainer auch so ? Bobo Lutzke: Die mit denen ich sprach, eher weniger. Denn machen wir uns nichts vor, die Vorausbildung in der GFL-J ist von der echten GFL zu weit ab, die brauchen immer ein paar Jahre. Wenn Du Dir vom letzten GB die Starterlisten mal ansiehst, dann sind ungefähr 1/3 Leute aus der eigenen Jugend, ein drittel Importe und der Rest aus anderen Vereinen, was ein absolute Top-Rate ist, aber eben auch nur bei den Vereinen mit einem Jugendprogramm auf Niveau wie von Panthern, Huskies und Unicorns. Für alle anderen gilt das Prinzip Hoffnung, war eine ungünstige Begriffswahl, die ich auch oft höre. Nordfootball: Was sind noch Punkte der Debatte ? Bobo Lutzke: Einiges! Drogenfreier Sport mit länger Wettkampfphase und kürzerer Vorbereitung, da denke ich auch sind wir bereits jetzt an der Grenze des im Amateursport Zumutbaren angekommen, da habe ich im Moment auch persönlich noch keine Antwortstruktur bereit, aber ich arbeite dran. Nordfootball: Tja, sehr unangenehm! Darüber wurde noch kaum gesprochen - was noch ? Bobo Lutzke: Klar - natürlich der Zeitstrahl und warum das alles jetzt so schnell gehen soll. Wo die Notwendigkeit nicht klar ersichtlich ist und sofort eine Vorteilnahme für Dresden und Gladbach gesehen wird. Wenn die Vereine so gut und stabil sind, haben sie eine durchdachtere Debatte verdient und würden noch ein weiteres Jahr in dieser Struktur auch überleben. Wenn sich das in ein paar Tagen noch machen lässt, soll es mich freuen! Ich habe da Hoffnung Nordfootball: Was noch ? Bobo Lutzke: Nur noch BSO, Nationalmannschaft und die Schiedsrichter, wobei das nichts mit der Aufstockung zu tun hat, eher allgemeiner Natur.. Nordfootball: Die BSO ? Bobo Lutzke: Ist ja auch ein Dauerthema! Vielleicht kann man die BSO im Rahmen der Aufstockung auch gleich mal an die technische Kommision geben und danach an fähige unvorbelastete Anwälte, wer weiß. Nordfootball: Darüber würde man sich hier im Norden sicher auch freuen. Weiter werden die Robbens des AF durch die Hoeneße des AF beklagt oder was stört die GFL an der Nationalmannschaft ? Bobo Lutzke: Durch die EM mitten im laufenden Spielbetrieb müssen alle GFL-1 und 2 Vereine einen Monat länger die Personal und Nebenkosten tragen, weil in der Zeit nicht gespielt werden kann, was man als Zumutung empfindet. Da sehe ich eine Lösung nur die Tage zu sperren und wenn beide Vereine erklären spielen zu wollen sie auch zu lassen, als Debattenvorlage. Dann muß was an der Regel mit dem 30.6 geändert werden, sonst sehe ich weitere Wettbewerbsnachteile für Vereine mit Nationalspielern was ja nicht dem Sinn des Sports entsprechen kann. Nordfootball: Also die Verletzten der Adler durch A´s ersetzen lassen ? Bobo: Lutzke: Naja auf dem deutschen Markt gibt es in der Saison ja nichts mehr was nachkommt, oder? Also muß ich mir was einfallen lassen und durch die Importspielerpassanzahlobergrenzen kann ich nicht jedem Fall vorbeugen. Da gibt es viele Vorschläge bis hin für einen verletzten Natio-Player ein weiteres A zuzulassen, bis hin zu einem Geldpool um Vereine die das Geld nicht haben zu unterstützen wenn einer Ihrer Spieler für Deutschland die Knochen zertöppert bekommen hat. Nordfootball: Das sind aber schon recht spezielle Punkte, oder ? Bobo: Lutzke: Du ich sitze bei dem Ding auf dem weicheren Sitz, aber wäre alles nicht, wenn die Natio nach der Saison wäre… Da das wahrscheinlich nicht möglich ist wäre es fair die lokalen Regeln zu ändern. Sollte ich im nächsten Jahr in der GFL oder der Regionalliga coachen werde ich mir überlegen, Nationalspieler zu verpflichten, weil das für mich und meinen Job nicht ganz ungefährlich ist. Sieh Dir mal Lübeck nach der Verletzung von Stursberg an, ohne die Möglichkeit für Ersatz zu sorgen. Nordfootball: Ist der Internationale Spielbetrieb eigentlich kein Thema ? Bobo Lutzke: Betrifft doch kaum einen und die Vereine treffen ja eine bewusste Entscheidung, sprich - man kann sich aktiv dafür oder dagegen entscheiden, haben ja auch schon Kiel und Braunschweig immer so gemacht und diese Möglichkeit hat ja jeder Verein. Bekommt man das Geld für einen Kader internationaler Größe zusammen, spielt man eben dort, sonst zahlt man eben die Strafe und lässt es. Hier wird nachgefragt, die Kader am Spieltag auf 70 oder 80 zu erhöhen damit man nicht zu viele Spieler auf die Tribüne setzen muss, die man in ein paar Monaten wenn man sie braucht schon nicht mehr dabei sind und auch ob man was an der 5 Spiele Sperre machen kann oder sollte. Also auch hier wieder viele Vorschläge für die man noch Zeit brauchen wird. Als Verbandsmensch höre ich auch schon den Aufschrei der kleinen Vereine, wenn wirklich 80 Game-Day-Rooster möglich sind. Nordfootball: Blieben also noch die Schiedsrichter. Bobo: Lutzke:Tja wenn es mehr Spiele gibt, wo sollen noch mehr Refs, die Ligatauglich sind herkommen. Nordfootball: Es gibt ja auch genug nicht-ligataugliche Spieler, die in den Teams dabei sind. Die Schiedsrichter müssen eben auch lernen und sich entwickeln. Du setz doch auch Rookies ein. Bobo: Lutzke: Hätte ich nicht besser formulieren können. Meine Rookies sitzen auf der Bank oder auf der Tribüne und hoffen auf Eisatzzeit. Ich habe noch nie eine Schiedsrichterbank gesehen, wo noch ein Back-up-Umpire drauf saß und der im Spiel vollkommen versagende Starter vom White Head ausgewechselt wurde. Beim Sport gibt es ja einen bekannten Spruch: Man spielt wie man trainiert. Unsere Schiedsrichter trainieren beim Spiel, wo es für Vereine, Spieler und Coaches bereits um alles oder nichts geht. Wir trainieren dafür unter der Woche. Habe wenig Wissen über die Schiedsrichtervideoauswertungen nach den Spielen und sehe bei unseren Inside run, 7 on 7 und Teamperioden nie Schiedsrichter bei unserem Training. Schiedsrichter GFL-tauglich zu bekommen, finde ich schon als Ausbildungssystem sagen wir mal sehr spannend. In den unteren Ligen gibt es bei uns schon jetzt öfter Spielabsagen weil es keine Schiedsrichter gibt, mit noch mehr Spielen oben… Müssen die Vereine noch mehr Schiedsrichter stellen, ohne die Möglichkeit des sich Freikaufens durch Strafe zahlen. Das wird auch sehr spannend werden. Bin da gerade mit unserem Obmann in einer Debatte mit dem Ziel, Schiedsrichter auch mal zum Training zu bewegen und für mehr Refs zu werben. Nordfootball: Ein Wort noch zur GFL-3 ? Bobo: Lutzke: Gibt es noch kaum Meinungen zu, da die Aufstiegsregeln ja von weiter oben abhängen. Aber bedeutet ja, glaube ich, das man u.U. 3 Regionalligateams an die GFL- 2 abgibt und von unten nachziehen muß. Habe da noch Zweifel, ob das so schnell umsetzbar ist. Abgesehen von den Mitteln, die dem LV fehlen, sollte der AFVD auch noch diese Kautionen und Lizenzgebühren kassieren. Starker Dachverband gerne aber nicht auf Kosten der Landesverbände. Nordfootball: Gab es was durchweg Positives ? Bobo: Lutzke: Ja , mehr Trainerarbeitsplätze in der GFL sieht man auch positiv, nur von Trainerseite natürlich. Nordfootball: Dein Fazit ? Bobo: Lutzke: Es ist rchtig, es zu besprechen. Richtig, den Schwung der letzten großen Turniere zu nutzen, aber bevor man es in Stein haut die vielen Fragen klären. Schade auch, dass es keine unabhängigen Vertreter von Coaches und Spielern gibt und nur diese ominöse technische Kommission. Aber wenn wir alle für die Sache arbeiten dann kann trotzdem noch was dabei rauskommen. Nordfootball: Danke für die Ausführungen. Bobo: Lutzke: Gerne und Tschüss. |
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